Pushen, Pullen und der neue SPUR Ultraspeed Vario

1.) Was versteht man unter „Pushen“ und „Pullen“?

Mit dem Begriff „Pushen“ wird die gezielte Überentwicklung von Filmen bezeichnet, während man unter „Pullen“ das genaue Gegenteil, nämlich die gezielte Unterentwicklung von Filmen versteht.

Dadurch besteht die Möglichkeit, mittels gezielter Über- oder Unterentwicklung eine Kontraststeuerung des zu entwickelnden Films vorzunehmen. Durch Pushen wird der Kontrast des Negativs gesteigert, so dass zu niedrige Motivkontraste ausgeglichen werden können, durch Pullen wird der Kontrast des Negativs gesenkt, so dass zu hohe Motivkontraste ausgeglichen werden können.

Die Kontrasterhöhung durch das Pushen ist mit einer Empfindlichkeitssteigerung und mit einer Vergröberung des Korns verbunden, die Kontrasterniedrigung durch das Pullen hingegen mit einer Senkung der Filmempfindlichkeit und einer Verfeinerung des Korns.

Eine normale Entwicklung, die zu normalem Kontrast führt, ist bei normalem Motivkontrast anzuwenden und wird als sog. N-Entwicklung bezeichnet. Überentwicklungen heißen N-Plus-Entwicklungen, wobei der Grad der Überentwicklung durch eine Zahl ausgedrückt wird. So ist eine N + 2-Entwicklung kontrastreicher als eine N + 1-Entwicklung. Unterentwicklungen werden demgemäß als N-Minus-Entwicklung bezeichnet, wobei wieder der Grad der Unterentwicklung durch eine Zahl ausgedrückt wird. So ist eine N – 2-Entwicklung weicher als eine N – 1-Entwicklung.

Die beschriebene Methode der Kontraststeuerung wird vornehmlich von Fotografen verwendet, die nach dem Zonensystem arbeiten. Hier kommt es also lediglich darauf an, den Motivkontrast durch passende Entwicklung an den Kontrast des zu entwickelnden Negatives anzupassen. Da in diesem Zusammenhang die Empfindlichkeitsveränderung nur einen Nebeneffekt darstellt, der bei der Belichtung berücksichtigt werden muß, ist der Einsatz eines Push-und-Pull-Spezialentwicklers zu diesem Zweck nicht erforderlich. Geeignet sind alle Entwickler, mit denen eine gute Kontraststeuerung möglich ist, so z. B. SPUR HRX oder SPUR ACUROL-N.

Auf diese Methode der Kontraststeuerung soll hier nicht weiter eingegangen werden. Wer hierzu Näheres erfahren möchte, dem empfehlen wir den äußerst kompetenten und informativen ArtikelZiehen und Drücken – Push-Pullentwicklung und das Zonensystemvon Dr. Otto Beyer, veröffentlicht in der Schwarzweiß 80, Feb./März 2011.

Von vielen Fotoamateuren wird das Pushen und Pullen jedoch nicht zur Kontraststeuerung, sondern zur Empfindlichkeitserhöhung und zur Reduzierung der Empfindlichkeit eingesetzt. Beim Pushen wächst durch die resultierende Kontrasterhöhung die Filmempfindlichkeit, beim Pullen wird sie reduziert. Daher werden beide Methoden gerne eingesetzt, um das vorhandene Licht an den in der Kamera befindlichen Film anzupassen. Bei dieser Methode ergaben sich bisher folgende Probleme, die durch folgende Beispiele veranschaulicht werden sollen:

2.) Pushen.

a.) Hoher Motivkontrast: Man unternimmt mit der Kamera ohne Stativ einen Waldspaziergang und hat einen Film mit ISO 100/21° in der Kamera. Das Wetter ist sonnig, Sonnenlicht und Schatten wechseln sich ab, die Kontraste sind relativ hoch. Man merkt bei der Belichtungsmessung, dass das vorhandene Licht nicht ausreicht, insbesondere dann nicht, wenn zur Erzielung einer hohen Schärfentiefe relativ weit abgeblendet werden soll. Man bräuchte entweder ein Stativ oder einen 400er Film. Lösung: Der Film wird auf ISO 400/27° belichtet, man belichtet also um 2 Blenden unter. Danach wird eine Pushentwicklung vorgenommen, die die Unterbelichtung um 2 Blenden kompensieren soll.

Bei der Verwendung konventioneller Entwickler tritt folgendes Problem auf: Da die tatsächliche (echte) Filmempfindlichkeit, die am Fuße der charakteristischen Kurve, also im Schattenbereich bei Zone I gemessen wird, sich durch Pushen nur unwesentlich (im Normalfall um eine Blende) steigern läßt, muß der Rest der Empfindlichkeitserhöhung durch Kontrasterhöhung erfolgen. Dies kann etwa durch eine N + 1-Entwicklung bewerkstelligt werden. Hierdurch werden die Dichten der mittleren Grautöne und der Lichter so angehoben, dass eine scheinbare weitere Erhöhung der Filmempfindlichkeit resultiert, die jedoch die Schattendetails nicht mit umfaßt. Da der Motivkontrast ohnehin zu hoch ist und zusätzlich eine N + 1-Entwicklung vorgenommen werden muß, um die Unterbelichtung auszugleichen, ist das Ergebnis wie folgt: Nicht genügend Zeichnung in den Schattenpartien und viel zu hoher Kontrast, der einen Verlust an Tonwerten bei den mittleren Grautönen und im Lichterbereich zur Folge hat.

b.) Geringer Motivkontrast: Man unternimmt mit der Kamera ohne Stativ einen Waldspaziergang und hat einen Film mit ISO 100/21° in der Kamera. Das Wetter ist trübe, die Kontraste sind relativ gering. Man merkt bei der Belichtungsmessung, dass das vorhandene Licht nicht ausreicht, insbesondere dann nicht, wenn zur Erzielung einer hohen Schärfentiefe relativ weit abgeblendet werden soll. Man bräuchte entweder ein Stativ oder einen 400er Film. Lösung: Der Film wird auf ISO 400/27° belichtet, man belichtet also um 2 Blenden unter. Danach wird eine Pushentwicklung vorgenommen, die die Unterbelichtung um 2 Blenden kompensieren soll.

Bei der Verwendung konventioneller Entwickler tritt folgendes Problem auf: Da die tatsächliche (echte) Filmempfindlichkeit, die am Fuße der charakteristischen Kurve, also im Schattenbereich bei Zone I gemessen wird, sich durch Pushen nur unwesentlich (im Normalfall um eine Blende) steigern läßt, muß der Rest der Empfindlichkeitserhöhung wieder durch Kontrasterhöhung erfolgen. Hierdurch werden die Dichten der mittleren Grautöne und der Lichter so angehoben, dass eine scheinbare weitere Erhöhung der Filmempfindlichkeit resultiert, die jedoch die Schattendetails nicht mit umfaßt, wie in obigem Beispiel.

Man könnte nun der Auffassung sein, dass die resultierende Kontrasterhöhung wegen des geringen Motivkontrastes durchaus positiv sei, soweit sie im Endergebnis für einen relativ normalen Kontrast sorgt. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn die zu kompensierende Unterbelichtung nicht zu hoch ist und in dem Bereich liegt, wie er beim Arbeiten nach dem Zonensystem auftritt. Bei höheren Unterbelichtungen etwa ab 2 Blenden ist dies normalerweise nicht mehr der Fall.

Denn da der Motivkontrast gering ist, muß die Pushentwicklung mehr forciert werden als bei hohem Motivkontrast, so dass die Kontrasterhöhung größer ausfällt als für einen normalen Negativkontrast nötig wäre. Ansonsten würde die scheinbare Empfindlichkeitserhöhung ausbleiben bzw. ungenügend hoch ausfallen. Im Unterschied zum obigen Beispiel (hoher Motivkontrast) wäre beispielsweise eine N + 2-Entwicklung notwendig. Das Ergebnis ist daher ungeachtet des relativ geringen Motivkontrastes nur unwesentlich besser als bei hohem Motivkontrast: Nicht genügend Zeichnung in den Schattenpartien und zu hoher Kontrast, damit Verlust an Tonwerten bei den mittleren Grautönen und im Lichterbereich.

3.) Pullen.

a.) Niedriger Motivkontrast: Man unternimmt mit der Kamera einen Spaziergang bei diesigem Wetter, der Himmel ist bedeckt, die Kontraste sind relativ gering. Man hat einen 400er Film in der Kamera und merkt bei der Belichtungsmessung, dass das vorhandene Licht zu hell ist, insbesondere wenn man mit selektiver Schärfentiefe fotografieren möchte, wozu mit großen Blenden gearbeitet werden muß. Nützlich wäre ein Graufilter, was aber nicht zur Verfügung steht.

Notgedrungen wird der 400er Film auf ISO 100/21° belichtet und dann einer Pullentwicklung, z. B. einer N – 1,5 Entwicklung unterworfen, um die Überbelichtung um 2 Blenden zu kompensieren.

Bei der Verwendung konventioneller Entwickler tritt folgendes Problem auf: Durch die Pullentwicklung wird der ohnehin zu geringe Motivkontrast noch weiter gesenkt, das Ergebnis ist ein sehr flaues Negativ, das sich kaum noch printen läßt. Man hat daher nur die Wahl zwischen einem zu flauen oder einem zu dichten Negativ.

b.) Hoher Motivkontrast: Man unternimmt mit der Kamera einen Spaziergang bei schönem Wetter. Die Sonne scheint, es ist sehr hell. Man hat einen 400er Film in der Kamera und merkt bei der Belichtungsmessung, dass das vorhandene Licht zu hell ist, insbesondere wenn man mit selektiver Schärfentiefe arbeiten möchte, wozu mit großen Blenden gearbeitet werden muß. Nützlich wäre ein Graufilter, was aber nicht zur Verfügung steht.

Daher wird der 400er Film notgedrungen auf ISO 100/21° belichtet und dann einer Pullentwicklung unterzogen, um die Überbelichtung um 2 Blenden zu kompensieren.

Man könnte nun der Auffassung sein, dass die resultierende Kontrasterniedrigung wegen des hohen Motivkontrastes durchaus positiv sei, soweit sie im Endergebnis für einen relativ normalen Kontrast sorgt. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn die zu kompensierende Überbelichtung nicht zu hoch ist und in dem Bereich liegt, wie er beim Arbeiten nach dem Zonensystem auftritt. Bei höheren Überbelichtungen etwa ab 2 Blenden ist dies normalerweise nicht mehr der Fall.

Bei der Verwendung konventioneller Entwickler tritt folgendes Problem auf: Da der Motivkontrast relativ hoch ist, muß eine weichere Pullentwicklung vorgenommen werden als bei niedrigem Motivkontrast, so dass die Kontrasterniedrigung größer ausfällt als für einen normalen Negativkontrast nötig wäre. Ansonsten würde die scheinbare Kompensation der Überbelichtung ausbleiben bzw. unvollständig sein, das Negativ würde zu dicht. Im Unterschied zum obigen Beispiel (niedriger Motivkontrast) wäre beispielsweise statt einer N – 1,5-Entwicklung eine N – 2,5-Entwicklung notwendig. Das Ergebnis ist daher ungeachtet des relativ hohen Motivkontrastes nur unwesentlich besser als bei niedrigem Motivkontrast: Ein zu flaues Negativ mit zu geringem Kontrast. Die Alternative wäre, wie schon gesagt, ein zu dichtes Negativ.

Die beschriebenen Probleme sind sowohl bei Pushen wie beim Pullen um so größer, je weiter die Belichtung von der Nennempfindlichkeit des Films abweicht. Natürlich hängen sie auch vom verwendeten Film ab, der je nach Emulsion diese Probleme besser oder schlechter verkraftet.

4.) Das neue SPUR Ultraspeed Vario-Entwicklungssystem

Die bisher zum Pushen und Pullen verwendeten Entwickler waren von ihrer Konzeption her nicht in der Lage, diese auftretenden Fehler zu vermeiden. Daher haben wir uns die Aufgabe gestellt, durch eine völlig neue Entwicklerrezeptur gezielt diese Fehler zu vermeiden oder dort zu minimieren, wo eine völlige Vermeidung unmöglich ist. Gleichzeitig sollte gerade im Pushbereich eine Empfindlichkeitserhöhung resultieren, wie sie bisher nicht erreicht werden konnte.

Das Ergebnis ist das neue Entwicklungssystem SPUR Ultraspeed Vario. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Push- und Pull-Entwicklungsverfahren, das die Belichtung und Entwicklung von Filmen mit fast beliebiger Empfindlichkeit erlaubt.

Das SPUR Ultraspeed Vario-Entwicklungssystem ist als Zweibadentwickler konzipiert und besteht aus

2 verschiedenen Entwicklern als Komponenten. Dies sind:

1. Der Ultraspeed Vario Erstentwickler

2. Der Ultraspeed Vario Zweitentwickler

Völlig neu ist, dass vor allem im Pullbereich, in gewissen Grenzen jedoch auch im Pushbereich, bei einer gewählten Empfindlichkeit verschiedenste Kontrastbereiche zur Verfügung stehen. So stehen z. B. beim Agfa APX 100 bei einer gewählten Empfindlichkeit von ISO 25/15° alle Kontrastbereiche von „normal“ (N) bis hin zu „äußerst weich“ (N – 4) zur Verfügung. Die Kontraststeuerung erfolgt hier durch Änderung der Verdünnung und Änderung der Erstentwicklungs- und Zweitentwicklungszeiten. Die entsprechenden Parameter sind in der Entwicklungstabelle angegeben.

Wie oben beschrieben, konnte bisher bei herkömmlichen Push- und Pullentwicklern eine Kontraststeuerung nur über die Änderung der Empfindlichkeit erfolgen, d. h. je höher die gewählte Empfindlichkeit, desto höher der Kontrast, je niedriger die gewählte Empfindlichkeit, desto niedriger der Kontrast.

Daher konnte bisher bei geringem Motivkontrast eine geringe Empfindlichkeit nicht gewählt werden, da sonst der resultierende viel zu niedrige Kontrast zu sehr flauen Negativen geführt hätte. Auch war beim Pushen ein hoher Motivkontrast bisher sehr hinderlich und führte zu völlig unzureichenden Tonwerten.

Alle diese Einschränkungen und die beschriebenen Probleme werden durch das neue SPUR Ultraspeed Vario-Verfahren aufgehoben oder minimiert. Auch sind Schärfe, Detailkontrast und Körnigkeit wesentlich besser als bei anderen Entwicklern dieser Art.

5. ) Push-Empfindlichkeit und Belichtungsmessung:

Zu den im Datenblatt angegebenen Empfindlichkeiten ist Folgendes zu sagen:

Die Empfindlichkeitswerte wurden am Fuße der charakteristischen Kurve festgestellt, es handelt sich also auch im extremen Pushbereich um absolut seriöse Werte, die sich unabhängig vom erzielten Kontrast auf die Schattendetails des Motivs beziehen.

Zudem sind alle Empfindlichkeitsangaben ohne Ausnahme entsprechend der Kalibrierung der Belichtungsmesser durch Messung auf Zone 5 (mittleres Grau von 18 % Reflexionsvermögen) festgestellt worden. Wird daher beim Pushen bei schlechten Lichtverhältnissen (etwa Theaterfotografie) auf die Schatten gemessen, so ergibt sich z. B. bei Messung auf Zone 3 (dunkle Tonwerte mit mittlerer Durchzeichnung) eine zusätzliche Empfindlichkeitsreserve von 2 Blenden. Bei Verwendung einer Belichtungsautomatik kann daher in diesem Fall statt einer Filmempfindlichkeit von z. B. ISO 1600/33° eine Filmempfindlichkeit von ISO 6400/39° eingestellt werden. Kann motivabhängig auf die Details in den Schatten verzichtet werden, ergibt sich eine weitere Blende als Empfindlichkeitsreserve.

Für Einsteiger: Alle Belichtungsmesser sind auf mittleres Grau (im Zonensystem Zone 5) kalibriert. Mißt man daher auf die Schatten, zeigt der Belichtungsmesser eine Überbelichtung an, da er die angemessene Schattenpartie für mittleres Grau „hält“. Der Fotograf muß diese Fehleinschätzung korrigieren und gegenüber dem angezeigten Meßwert unterbelichten, da sonst die Schatten viel zu hell wiedergegeben werden. Mißt man hingegen auf die Lichter, zeigt der Belichtungsmesser eine Unterbelichtung an, da er auch die Lichter für mittleres Grau „hält“. Hier muß der Fotograf gegenüber dem angezeigten Meßwert überbelichten, da sonst z. B. eine weiße Häuserwand als „graue“ Häuserwand wiedergegeben wird. (Gegen diese Regeln kann natürlich auch erfolgreich verstoßen werden, z. B. bei der Nutzung der Low Key oder High Key-Technik).

Da sehr hohe Filmempfindlichkeiten nur bei schlechtem Licht und Motiven mit hohem Schattenanteil benötigt werden (z. B. Theaterfotografie oder Dämmerungsaufnahmen), wird in solchen Fällen bei der Belichtungsmessung hauptsächlich auf die Schatten gemessen, so dass sich eine Empfindlichkeitsreserve ergibt, wie oben angegeben. Daher kann bei Nutzung einer Belichtungsautomatik eine höhere Filmempfindlichkeit eingestellt werden. Dies ist jedoch nicht die tatsächliche Filmempfindlichkeit, sondern eine notwendige Korrektur, die einer bestimmten Belichtungssituation geschuldet ist.

ACHTUNG: Die Empfindlichkeitswerte, wie sie z. B. auf dem Internetportal Digitaltruth und in gewissen anderen Datenblättern zu finden sind, sind vor allem im hohen Pushbereich falsch.

Daher können diese Werte nicht mit den in unserem Datenblatt aufgeführten Werten verglichen werden. Wir haben selbst einige Vergleiche durchgeführt:

1.) Kodak Tri-X mit Ilford Ilfotec DDX, Verdünnung 1 + 4, Entwicklungszeit 25 Minuten.

Angebliche Empfindlichkeit laut Digitaltruth: ISO 6400/39°

Tatsächliche Empfindlichkeit nach unseren Kriterien: ISO 800/30°

2.) Kodak Tri-X mit Kodak HC-110, Verdünnung B, 26 Minuten.

Angebliche Empfindlichkeit laut Digitaltruth: ISO 6400/39°

Tatsächliche Empfindlichkeit nach unseren Kriterien: ISO 800/30°

Mit dem SPUR Ultraspeed Vario-Verfahren hingegen werden ISO 1600/33° erreicht, also eine ganze Blende mehr! Im Vergleich mit dem genannten Digitaltruth-Wert wären dies also ISO 12800/42° (ein utopischer Wert, der mit keinem Film und keinem Entwickler erreichbar ist)!

Es scheint so, als seien bei diesen weit verbreiteten falschen Empfindlichkeitswerten die infolge der Belichtungssituation zu treffenden Belichtungskorrekturen gleich in die Empfindlichkeitsangabe mit eingerechnet worden. Dies ist jedoch nicht seriös und zudem falsch, da diese Werte bei einer korrekten Belichtungsmessung auf mittleres Grau zu völliger Unterbelichtung führen.

Mit dem SPUR Ultraspeed Vario-Verfahren lassen sich nach unserer Kenntnis die bisher höchsten Filmempfindlichkeiten erreichen. Allerdings haben wir uns in diesem Zusammenhang darum bemüht, absolut seriöse Werte anzugeben, die im Vergleich zu den wesentlich überhöhten Werten auf Digitaltruth und in gewissen anderen Datenblättern unter Umständen niedriger aussehen.

Hier kann sich jedoch jeder Anwender durch Vergleiche (Blendenreihen) sein eigenes Bild machen!

Heribert Schain

Veröffentlicht in Aktuelles, Artikel, Pullen, Push- und Pull-Produkte, Pushen, Spezialentwickler, SPUR, SPUR Photo, SPUR Ultraspeed Vario
4 Kommentare zu “Pushen, Pullen und der neue SPUR Ultraspeed Vario
  1. Stefan Bendel sagt:

    Hallo!
    Ich habe früher mit dem Fuji Neopan 400, belichtet auf 1600 ASA,
    gearbeitet. Jetzt juckt es mich, die noch vorhandenen, belichteten Filme mit dem Ultraspeed Vario zu entwickeln. Gibt es da vielleicht Tipps? Früher habe ich die Filme in verdünntem Atomal bei 30 Grad, länger entwickelt. Genauer weiß ich es nicht mehr.

    • SPUR sagt:

      Hallo Herr Bendel,

      leider haben wir das noch nicht getestet, aber wahrscheinlich ist der Fuji Neopan 400 so zu entwickeln wie Ilford Delta 400. Wir werden das im neuen Jahr testen!

  2. Oliver Hecht sagt:

    Guten Tag,

    wie lange ist der Ultraspeed Vario nach Anbruch etwa haltbar? Bei mir haben sich schonkleine Partikel in der Flasche abgesetzt. Ist er dann noch zu gebrauchen?

    • SPUR sagt:

      Guten Tag Herr Hecht,

      wir gehen davon aus, dass die Partikel sich bei Ihnen im Erstentwickler gebildet haben. Nach Anbruch der Flasche ist der Entwickler 1 – 1 1/2 Jahre haltbar. Die Verwendung von Schutzgas (Protectan) ist anzuraten. Eventuelle, auch starke Verfärbungen der Entwicklerflüssigkeit oder Partikelbildung beeinträchtigen das Entwicklungsergebnis in keiner Weise.

      MfG
      SPUR

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